Kultur­arten­erhebung im Schutz­gebiet Kalsdorf und Gössen­dorf

Um beste Trink­wasser­qualität garantieren zu können, das Grund­wasser vor einem erhöhten Nitrat­eintrag zu schützen und die gesamten Wasser­versorgungs­anlagen gegen Verunrei­nigungen zu bewahren wird ein Wasser­schutzgebiet und Regionalprogramm im Einzugs­gebiet der Brunnen ausgewiesen.

In den Brunnengebieten kann es zu besonderen Anordnungen bezüglich Bewirtschaftung, Grundstücksnutzung und Nutzung der Gewässer kommen. In der Schutzzone II, in Kalsdorf zum Beispiel, wurden mit den grundbücherlichen Eigentümern einvernehmlich Bewirtschaftungseinschränkungen festgelegt – die Schutzzone I ist generell von jeglichen Bewirtschaftungen ausgenommen.

Die Bewirtschaftungseinschränkungen im Schutzgebiet Gössendorf sind jenen im Schutzgebiet Kalsdorf weitgehend ähnlich.

Damit diesen Schutzmaßnahmen verlässlich nachgegangen wird, besteht für sämtliche Maßnahmen Aufzeichnungspflicht. Diese Aufzeichnungen müssen vom Wasserverband, der Gewässeraufsicht und den zuständigen Behörden sieben Jahre rückwirkend einsehbar sein.

Seit dem Jahr 2015 findet eine alljährliche Kulturartenerhebung in den Wasserschutzgebieten statt. Dabei werden die landwirtschaftlichen Flächen begangen und die Beobachtungen mit den Betriebsbuchformularen und den Aufzeichnungen der Düngemittelgaben abgeglichen. So kann die tatsächlich verbrauchte Stickstoffdüngemittelmenge mit der Erlaubten verglichen werden.

Außerdem liegt ein besonderer Fokus auf dem Unkraut- und Neophytenmanagement über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. Wird zum Beispiel die Kanadische Goldrute im Gebiet gefunden, werden die jeweiligen Grundstückseigentümer informiert, entsprechende Maßnahmen zu setzen.

Beide genannten Brunnenschutzgebiete zählen zur Gebietskulisse des „Regionalprogramm Grundwasserschutz Graz bis Bad Radkersburg. Ziel dieser Verordnung sind die Herstellung, die Sicherung und die Erhaltung des guten Zustandes der Grundwasservorkommen sowie der Grundwasserkörper Grazer Feld (Gebiete des Wasserverbandes), Leibnitzer Feld und Unteres Murtal.

Auch dem Programm  „ÖPUL – Vorbeugender Grundwasserschutz auf Ackerflächen – GRUNDwasser 2020“ sind beide Gebiete freiwillig beigetreten. Dieses Programm hat es sich zum Ziel gesetzt, die stoffliche Belastung von Grund- und Oberflächengewässer in nitratbelasteten bzw. -gefährdeten Gebieten durch die Umsetzung einer grundwasserschonenden Bewirtschaftung von Ackerflächen zu reduzieren.