bubble service
 

Dubiose Wassertests

 
welle

AK WARNT VOR DUBIOSEN WASSERTESTS

 

Vermeintlich „gewonnener“ Wassertest soll Konsumenten zum Kauf einer teuren Wasseraufbereitungsanlage motivieren.
 In letzter Zeit wandten sich gleich mehrfach Konsumenten an die Arbeiterkammer Burgenland und erzählten eine eigenartige Geschichte: Sie hätten einen Wassertest gewonnen und mit einem Vertreter der Firma Aqua Fitalus einen Besuch vereinbart. Kaum war der Vertreter im Haus, ließ er sich ein Glas Leitungswasser geben. Mithilfe eines „Wasseranalysegerätes“ sollte die Qualität getestet werden.

Zu diesem Zweck wurde einer der Metallstäbe, die sich am Gerät befanden, in das Wasserglas getaucht. Zum Schrecken der Konsumenten bildete sich schon nach kurzer Zeit ein brauner Belag auf der Wasseroberfläche. „Dieses Wasser trink ich nie mehr wieder“, beschlossen die Konsumenten – und sie bestellten ein Wasseraufbereitungsgerät, das dafür sorgen sollte, dass in Zukunft sauberes Wasser aus den Hähnen kommt. Stattliche 2.000 Euro sollte das Gerät kosten, 14 Tage später sollte es geliefert werden.
 Erst als der Vertreter mit dem unterschriebenen Vertrag gegangen war, lasen die Konsumenten das berühmte „Kleingedruckte“. Eine eigenartige Passage im Vertragstext ließ sie misstrauischwerden. Hier heißt es: „Ich versichere, dass die mir vorgeführte Elektrolyse nicht ausschlaggebend für den Kauf der Trinkwasseranlage ist, sondern vielmehr aufgrund der neutralen Informationen und dem gut schmeckenden Wasser erfolgt.“ „Das stimmt einfach nicht“, meinten die Konsumenten. Kein Wunder, dass sie das Gerät nun nicht mehr haben wollten...




Kann man von solchen Verträgen zurücktreten? 

Grundsätzlich muss man Verträge einhalten. Doch bei derartigen „Haustürgeschäften“ gibt es ein Rücktrittsrecht. Innerhalb einer Woche kann man vom Vertrag zurücktreten. Bezüglich der Formulierung gibt es keine besonderen Erfordernisse. Man richtet einfach ein Schreiben an die Firma und erklärt, dass man vom fraglichen Vertrag zurücktritt. Aus Beweisgründen sollte man ein derartiges Rücktrittsschreiben immer eingeschrieben aufgeben. Wird der Konsument über das Rücktrittsrecht nicht korrekt aufgeklärt, beginnt die einwöchige Rücktrittsfrist erst gar nicht zu laufen. Schickt die Firma eine Rücktrittsbelehrung zu, hat man wieder eine Woche Zeit, vom Vertrag zurückzutreten.


Wenn man das Geschäft selbst angebahnt hat, hat man allerdings kein Rücktrittsrecht. Maßgeblich ist, zu welchem Zweck der Besuch vereinbart wurde. War nicht klar, dass es darum geht, bestimmte Produkte anzubieten bzw. zu verkaufen, hat der Konsument ein Rücktrittsrecht. Der Konsument soll so vor Überrumpelung geschützt werden. Lädt man etwa den Vertreter einer Firma ein, weil man Fenster kaufen möchte und man schließt im Zuge diese Gespräches einen Vertrag ab, so hat man kein Rücktrittsrecht, weil man nicht überrumpelt wurde. Wird einem auch gleich eine Haustür mitverkauft obwohl man das gar nicht vorhatte, so könnte man von diesem Teil des Geschäftes innerhalb einer Woche zurücktreten, wenn man über die Rücktrittsfrist korrekt informiert wurde.